In coronavirus pandemic, China defies international law in the South China Sea–Part II

DEUTSCH

Bei der Coronavirus-Pandemie. verstosst China gegen das Völkerrecht im Südchinesischen Meer – Teil II

Drei kürzlich erschienene Artikel beschreiben Chinas jüngste Aktionen im Südchinesischen Meer, die offenbar gegen das Völkerrecht verstoßen, sowie einen maßgeblichen und verbindlichen Schiedsspruch von 2016 gemäß dem Seerechtsübereinkommen von 1982, an dem China beteiligt ist, erlassen wurde. Der South China Sea Arbitration Award stellte fest, dass Chinas Ansprüche auf das Südchinesische Meer und insbesondere auf das Gebiet innerhalb der sogenannten “Seven-Dash Line” nicht durch Völkerrecht gestützt wurden.

Die ersten beiden Artikel sind in Teil I zusammengefasst und extrahiert.

Der erste Artikel von Robert A. Manning und Patrick M. Cronin , die für Foreign Policy schreiben, beschreibt den Gesamtrahmen und allgemeine
Schritte, die China während des Coronavirus Pandemie, um ihre Macht in der Region während einer Zeit wahrgenommener strategischer Unaufmerksamkeit zu behaupten. “Pekings Bemühungen nähern sich einem unwiederbringlichen Wendepunkt”, behaupten sie.

Im zweiten Artikel beschreibt Bruno Philip, der in Le Monde schreibt, ausführlich sowohl den Kontext als auch die spezifischen Maßnahmen, die China während der Pandemie ergriffen hat, um die Lücke zu füllen durch die Unaufmerksamkeit und Ablenkung anderer Länder. Er stellt fest, dass diese Handlungen gegen den Schiedsspruch 2016 und das Völkerrecht verstoßen, was dazu geführt hat, dass einige der anderen Staaten mit Ansprüchen im Südchinesischen Meer scharf reagiert haben.

Im dritten Artikel, Stefan Kornelius, stellt in einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung diese jüngsten Entwicklungen in den breiteren Kontext des wachsenden US-chinesischen Antagonismus und der offenen Feindseligkeit. Er behauptet dass es eine Möglichkeit gibt dass die Spannungen zu einem militärischen Showdown führen könnten, sei es im Südchinesischen Meer oder in Bezug auf Taiwan. Europa sei in der Mitte gefangen, könne aber eine positive Rolle spielen, indem es dem Druck beider Seiten nicht nachgebe und seine Werte entschlossen verteidige. Kornelius kommt zu dem Schluss, dass dies angesichts der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen verschiedenen europäischen Ländern und China zwar erhebliche wirtschaftliche Kosten verursachen wird, letztendlich aber die europäischen Werte und die Demokratie auf dem Spiel stehen.

Siehe

(3) Stefan Kornelius (Kommentar), “China und USA: Corona treibt die Welt auseinander – mit unabsehbaren Folgen; Das Virus lässt die Rivalität zwischen den USA und China eskalieren. Europa kann sich dem Irrsinn entziehen, indem es mit aller Kraft seine Werte verteidigt,” Süddeutsche Zeitung, 8. Mai 2020 (18:47 Uhr).

Kornelius kommentiert:

… Das Coronavirus hat Kräfte mobilisiert, die die Welt erschüttern.

Die geopolitische Rivalität zwischen China und den USA ist in voller Wucht entbrannt, der schrille Kampf um Glaubwürdigkeit, Gefolgschaft und Schuld erfasst die internationale Politik. Corona hat die Welt nicht vereint, es treibt sie auseinander mit bisher unabsehbaren Folgen. Sicher scheint zu sein: Weder die USA noch China werden stärker aus dieser Menschheitskrise hervorgehen; Europa wird zum Spielball der Projektionen und Neurosen der beiden Großmächte werden; die Welt wird insgesamt anarchischer, unberechenbarer, noch weniger konzentriert auf die Überlebensfragen wie Umwelt oder Bevölkerungswachstum.

Für die chinesisch-amerikanische Rivalität gibt es kaum noch eine Grenze. Auch eine militärische Kraftprobe, im Südchinesischen Meer oder wegen Taiwan, ist nicht auszuschließen. Verbal wird bereits kräftig gefeuert….

Die USA haben in ihrem jämmerlichen Umgang mit der Krise ebenfalls Gefolgschaft und das letzte Quäntchen Vorbild verspielt. Die vermeintlich mächtigste Nation der Erde kann nicht einmal ihre eigenen Bürger schützen und wird von einem Präsidenten regiert, der dem Virus mit Voodoo-Zauber auf den Leib rückt. Die Behauptungen rund um das Wuhan-Labor zeigen: Auch die USA haben sich von der Wahrheit als mächtigstem Werkzeug im internationalen Disput verabschiedet.

Die Welt kann sich diesem Titanenkampf nicht entziehen, aber sie muss sich ihm auch nicht ergeben. Das gilt vor allem für Europa und Deutschland,… In Italien sieht eine Mehrheit China als wichtigsten Verbündeten, Serbien hat sich klar unterworfen, Brüsseler Beamte lassen Texte in Peking redigieren….

…Eine wirtschaftliche Entflechtung ist unrealistisch, aber eine Justierung mit dem Ziel einer geringeren Verwundbarkeit und ein Rückgang der Handelsvolumina sind unvermeidlich. Das wird kosten.

Weil es im Kern dieser Rivalität aber um Werte und Demokratie, um Meinungsfreiheit und Menschenwürde geht, muss Europa hier den Maßstab setzen. Dafür kann kein Preis zu hoch sein.

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ENGLISH
Revised Google translation

Three recent articles describe China’s recent actions in the South China Sea, which appear to violate international law and an authoritative and binding Arbitration Award handed down in 2016, pursuant to the 1982 Law of the Sea Convention, to which China is a Party. The South China Sea Arbitration Award held that China’s claims to the South China Sea, and in particular to the area inside the so-called “Seven-Dash Line”, were not supported by international law. The first two articles are summarized and excerpted in Part I.

The first article, by Robert A. Manning and Patrick M. Cronin, writing for Foreign Policy, describes the overall framework and in general the moves that China has been taking during the coronavirus pandemic to assert its power in the region during a period of perceived strategic inattention. “Beijing’s efforts are approaching an irretrievable tipping point,” they assert.

In the second article, Bruno Philip, writing in Le Monde, describes in detail both the context and the specific actions China has taken during the pandemic “to fill the void” left by other countries’ inattention and distraction. He notes that these actions violate the 2016 Arbitration Award and international law, which has led to sharp responses by some of the other states with claims in the South China Sea.

In the third article, excerpted below, Stefan Kornelius, in an opinion piece in the Süddeutsche Zeitung, places these recent developments in the broader context of growing U.S.-Chinese antagonism and open hostility. He raises the possibility that tensions could lead to a military showdown, whether in the South China Sea or in relation to Taiwan. Europe is caught in the middle, he asserts, but can play a positive role by not caving in to pressures from either side, and by resolutely defending its values. Kornelius concludes that while this will entail significant economic costs, given economic relationships between various European countries and China, ultimately what is at stake are European values and democracy.

Excerpts from Kornelius’ article are reproduced below. See

(3)  Stefan Kornelius (Kommentar), “China und USA: Corona treibt die Welt auseinander – mit unabsehbaren Folgen; Das Virus lässt die Rivalität zwischen den USA und China eskalieren. Europa kann sich dem Irrsinn entziehen, indem es mit aller Kraft seine Werte verteidigt,” Süddeutsche Zeitung, 8. Mai 2020 (18:47 Uhr).

Kornelius comments:

… The corona virus has mobilized forces that shake the world.

The geopolitical rivalry between China and the USA has flared up in full force; the shrill struggle for credibility, allegiance and guilt is taking hold of international politics. Corona did not unite the world; it drives it apart, with unforeseeable consequences. It seems certain that neither the USA nor China will emerge stronger from this crisis of mankind; Europe will become a playing ball for the projections and neuroses of the two great powers; the world as a whole is becoming more anarchic, unpredictable, and even less focused on ssues of survival such as the environment or population growth.

There is hardly a limit to the Chinese-American rivalry. A military test of strength, in the South China Sea or because of Taiwan, cannot be ruled out. Verbal attacks are already firing vigorously ….

The U.S. has with its contemmptible handling of the crisis also lost the last little bit of its status as a role model. The supposedly most powerful nation on earth cannot even protect its own citizens, and is governed by a president who rises to using voodoo magic on the body to fight the virus. The claims surrounding the Wuhan laboratory show that the USA has also said goodbye to the truth as the most powerful tool in international disputes.

The world cannot evade this titanic struggle, but neither does it have to surrender to it. This is especially true for Europe and Germany, … In Italy a majority see China as their most important ally, Serbia has clearly submitted, Brussels officials have texts edited in Beijing ….

… Economic unbundling is unrealistic, but adjustments to reduce vulnerability and a decrease in trading volumes are inevitable. It will cost.

Because the core of this rivalry is about values ​​and democracy, freedom of expression and human dignity, Europe must set the standard here. No price can be too high for that.

The Trenchant Observer

See Part I here.

About the Author

The Observer
"The Trenchant Observer" is edited and published by The Observer, an international lawyer who has taught International Law, Human Rights, and Comparative Law at major U.S. universities, including Harvard, Brandeis, the University of Pittsburgh, and the University of Kansas. He is a former staff attorney at the Inter-American Commission on Human Rights of the Organization of American States (IACHR), where he was in charge of Brazil, Haiti, Mexico and the United States, and also worked on complaints from and reports on other countries including Argentina, Chile, Uruguay, El Salvador, Nicaragua, and Guatemala. As an international development expert, he has worked on Rule of Law, Human Rights, and Judicial Reform in a number of countries in Latin America, the Caribbean, Africa, the Middle East, South Asia, and the Russian Federation. In the private sector, The Observer has worked as an international attorney for a leading national law firm and major global companies, on joint ventures and other matters in a number of countries in Europe (including Russia and the Ukraine), throughout Latin America and the Caribbean, and in Australia, Indonesia, Vietnam, China and Japan. The Trenchant Observer blog provides an unfiltered international perspective for news and opinion on current events, in their historical context, drawing on a daily review of leading German, French, Spanish and English newspapers as well as the New York Times, the Wall Street Journal, the Washington Post, and other American newspapers, and on sources in other countries relevant to issues being analyzed. The Observer speaks fluent English, French, German, Portuguese and Spanish, and also knows other languages. He holds an S.J.D. or Doctor of Juridical Science in International Law from Harvard University, and a Doctor of Law (J.D.) and a Master of the Science of Law (J.S.M.), from Stanford University. As an undergraduate, he received a Bachelor of Arts degree, also from Stanford, where he graduated “With Great Distinction” (summa cum laude) and received the James Birdsall Weter Prize for the best Senior Honors Thesis in History. In addition to having taught as a Lecturer on Law at Harvard Law School, The Observer has been a Visiting Scholar at Harvard University's Center for International Affairs (CFIA). His fellowships include a Stanford Postdoctoral Fellowship in Law and Development, the Rómulo Gallegos Fellowship in International Human Rights awarded by the Inter-American Commission on Human Rights, and a Harvard MacArthur Fellowship in International Peace and Security. Beyond his articles in The Trenchant Observer, he is the author of two books and numerous scholarly articles on subjects of international and comparative law. Currently he is working on a manuscript drawing on the best articles that have appeared in the blog.

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